Willkommen am Portal Pflanzenpilze Deutschlands
In diesem Portal werden die Nachweise der phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands – kurz „Pflanzenpilze“ genannt – dargestellt (Aufruf über Artsteckbriefe).
Fachlicher Betreiber des Portals ist die Fachvereinigung Boletus e.V.. Alle Pilzkundigen sind herzlich eingeladen, an der Vervollständigung und Aktualisierung des Datenbestandes sowie an der Qualitätssicherung der Daten mitzuarbeiten. Nur ein kontinuierlich aktualisierter, qualitativ hochwertiger Datenbestand schafft die Grundlage für die Naturschutzarbeit mit Pilzen, für die Erstellung und Aktualisierung von Roten Listen sowie für eine wissenschaftliche Auswertung der Daten.
Phytoparasitische Kleinpilze
Phytoparasitische Kleinpilze wachsen auf oder innerhalb von lebendem Pflanzengewebe. Es handelt sich demnach um obligat biotrophe Organismen, deren Überleben nur gemeinsam mit ihren Wirtspflanzen möglich ist. Hierin ähneln sie u.a. vielen Schmetterlingen, die als hochspezialisierte Tiere auf bestimmte Pflanzenarten als Nahrung für die Raupen angewiesen sind.
Die Arten unterscheiden sich voneinander u. a. durch die Ausbildung des Myzels oder durch die Ausprägung von Strukturen, die der Vermehrung dienen. Oft reagieren die Wirtspflanzen in charakteristischer Weise auf einen Befall und bilden unterschiedlich gefärbte Flecken, Beläge, Krusten, Gallen oder Deformationen aus. Durch solche Veränderungen an den Pflanzen fallen manche phytoparasitischen Kleinpilze besonders auf. Die Kenntnis der Wirtspflanzen ist zugleich eine wesentliche Hilfe für die Bestimmung der Phytoparasiten.
Aus Deutschland sind derzeit 1.445 Taxa bekannt, die zu den vier traditionellen Gruppen der „Brandpilze“, „Rostpilze“, „Echten Mehltaupilze“ sowie der „Falschen Mehltaue und Weißroste“ gehören und in der Roten Liste und Gesamtartenliste der phytoparasitischen Kleinpilze (THIEL et al. 2023) behandelt werden. Von diesen sind 1.196 hier indigen oder kommen als Archäobiota vor. Hinzu kommen einige hundert pflanzenparasitische Anamorphen von Ascomyzeten und weitere Pilzarten. Durch verbesserte taxonomische Untersuchungen und eine erhöhte Aufmerksamkeit für die ökologisch interessante Organismengruppe werden laufend weitere Arten in Deutschland nachgewiesen; die Gesamtzahl wird daher in Zukunft ansteigen.